Was ist die Feldenkrais-Methode?

Ich glaube, dass die latenten Fähigkeiten eines jeden von uns beträchtlich größer sind als die, mit denen wir leben.

Moshe Feldenkrais

Die Feldenkrais-Methode trägt den Namen des Mannes, der sie entwickelt hat. Er erwarb den Doktorgrad in Physik an der Sorbonne und – als erster Europäer – einen schwarzen Gürtel in Judo. Wegen einer Knieverletzung begann er seine wissenschaftlichen Kenntnisse und seine Erfahrung in Kampfsport zu nutzen, um sich selbst zu heilen. Mit deren Hilfe entwickelte er eine Methode, eine Körpertechnik, welche die Bewegung nutzt, um sich ein Bewusstsein des eigenen Körpers zu verschaffen und damit dessen Funktionsweise zu verbessern. Er betrachtete den Menschen als ein Ganzes und definierte das Anliegen seiner Methode so: Sie verfolgt das Ziel, dem Menschen einen Körper zu geben, der es ihm ermöglicht, sich mit einem Mindestmaß an Anstrengung und einem Höchstmaß an Wirksamkeit zu bewegen, nicht durch Muskelkraft, sondern indem sie das Bewusstsein davon verbessert, wie er funktioniert.

Damit werden eingefahrene Verhaltensmuster durchbrochen, Bewegungsformen, an die wir uns gewöhnt haben, die jedoch unsere Möglichkeiten begrenzen, unseren Körper ausgeglichener und harmonischer zu benutzen. Die inadäquaten Bewegungen, die wir unbewusst machen, werden durch andere, bewusste ersetzt, die Schmerzen und Spannungen vermeiden helfen.

 

Wie wird sie angewendet?

Es gibt zwei verschiedene Formen:

Bewusstheit durch Bewegung

Bewusstheit durch Bewegung

Die Übungen finden in Gruppenarbeit statt. Hier unterweist der Lehrer die Lernenden mit Hilfe von Erklärungen und fordert sie auf, eine bestimmte Abfolge von Bewegungen vorzunehmen. Jeder Lernende entdeckt selbst, was für ihn passend und richtig ist. Die Übungen sind sanft und angenehm, sie passen sich dem Rhythmus jedes einzelnen an. Der Lernende entdeckt winzig erscheinende, aber wichtige Unterschiede und entwickelt alternative Verhaltensmuster.

Funktionale Integration

Funktionale Integration

Das ist Arbeit mit Einzelpersonen, bei welcher der Lehrer seine Hände gebraucht, um einen nichtverbalen Dialog mit dem Lernenden zu  führen und zu erreichen, dass dieser – ganz ohne Schmerzen – ein angenehmes Bewusstsein seines Körpers erlangt und in die Lage versetzt wird, neue Bewegungserfahrungen zu machen.

Beide Arbeitsformen vermitteln ein leibliches und seelisches Wohlgefühl und beeinflussen das Leben im Alltagsstress auf wohltuende Weise.

 

An wen wendet sie sich?

An alle Menschen unabhängig von Alter, Beruf oder körperlicher Verfassung die bereit sind, neue körperliche Erfahrungen zu machen und ihre Fähigkeiten zu erweitern.

 

Was darf man von dieser Methode erwarten?

Die Lebensqualität zu verbessern durch:

  • Zunahme der Beweglichkeit
  • größere Leichtigkeit der Bewegungen
  • Steigerung der Fähigkeiten und der Ausdauer bei körperlicher Tätigkeit
  • Abbau von Stress
  • Funktionale Verbesserungen im Falle von Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen
  • Verbesserung der Koordination
  • Steigerung des leiblichen und seelischen Wohlbefindens